Alles hat ein Ende, so auch meine Tour de Suisse. Von Thal aus ging es auf dem schnellsten Weg nach Hause. Insgesamt habe ich über 1000 km und 15000 hm zurückgelegt, höchste Zeit für eine kleine Pause…
- 3:22 h
- 100,84 km
- 910 hm
Alles hat ein Ende, so auch meine Tour de Suisse. Von Thal aus ging es auf dem schnellsten Weg nach Hause. Insgesamt habe ich über 1000 km und 15000 hm zurückgelegt, höchste Zeit für eine kleine Pause…
Um halb neun holte ich Peter am Bahnhof Thusis ab. Auf dem Programm standen heute drei Pässe: Albula-, Flüela- und Wolfgangpass. Letzterer war ich noch nie gefahren und ist eigentlich von der Davoser Seite auch gar nicht als Pass zu erkennen (sind vielleicht so 50 hm). Zeitlich waren wir gut unterwegs, in Bad Ragaz hatten wir dann sogar noch Zeit für ein Bier…
Für heute waren die Wetter Prognosen nicht so gut. Ich plante daher einfach mal Richtung San Bernardino Pass zu fahren und zu schauen, wie weit ich komme. Der Gegenwind unterwegs zum San Bernardino war sehr heftig, so dass ich teilweise nur noch mit 20 km/h im Flachen unterwegs war. Auf der Passhöhe war es stark bewölkt und nur noch 7 Grad, also nur nicht trödeln und schnell wieder in tiefere Gefilde. In der Abfahrt regnete es immer wieder mal, so dass ich beschloss nur noch bis nach Thusis zu fahren.
Den Simplonpass fährt man am besten am Morgen früh, wenn es noch nicht so viel Verkehr hat. Daraus wurde aber nichts, denn ich wollte bevor es weiterging noch zu einem Velomech. Kaputt ist nichts, aber im Wiegetritt knackt es vom Steuerrohr her. Als das behoben war, gab es schon ziemlich viel Verkehr. Die Passstrasse ist eine ziemliche Autobahn und der Pass eigentlich nicht besonders schön. Die Fahrt durchs Centovalli macht das dann aber längst wieder wett.
In Locarno angekommen, musste ich feststellen, dass viele Hotels wegen des Filmfestivals ausgebucht sind. Ein bisschen ausserhalb, in Muralto, wurde ich dann doch noch fündig. Das Hotel stellt sogar gratis E-Bikes zur Verfügung, damit man dann ganz bequem nach Locarno heizen kann. Vom Filmfestival wusste ich vorher nichts, da ich aber schon mal hier war, schaute ich mir den Eröffnungsfilm “Au fonds des bois” an.
Der Wetterbericht versprach für heute nicht so gutes Wetter. So um halb neun waren die Strassen schon einigermassen trocken und ich machte mich (nun leider wieder solo) auf Richtung Rosenlaui und Grosse Scheidegg. Der zwischendurch relativ steile Anstieg (bis zu 17% gemäss Velocompi) entschädigte mit einer traumhaften Kulisse und Blick aufs Wetterhorn. Nach der Abfahrt hinunter nach Grindelwald gings dann dank Rückenwind sehr flott weiter nach Interlaken. Der Himmel verdunkelte sich immer mehr und bald fing es an zu regnen. Zeit also in Spiez ein Hotel zu suchen. Mal hoffen, dass ich morgen ein bisschen weiter komme.
Die heutige Etappe führte von Brunnen nach Meiringen. Dazwischen lag “nur” der Sustenpass. Allerdings galt es erst einmal hinauf nach Wassen zu kommen. Der Veloweg erwies sich nicht als allzu Rennvelo tauglich, was eigentlich sofort zu erahnen gewesen wäre; typischerweise führen solche Velowege oft irgendwo weit ins Kraut hinaus, bevor sie dann in eine Kiesstrasse münden.
In Wassen mussten wir nochmals auftanken, respektive Appenzeller Biber einwerfen und Flaschen nachfüllen. Die 18 km zum Susten hinauf hatten es in sich und fühlten sich eher wie 30 an. Ein kleines bisschen wirkte wohl da der Pragelpass noch nach. Zur Belohnung gabs dann auf der Passhöhe Spaghetti Bollo, Burger, Cola und Shorley. Hauptsache nahrhaft und lecker.
Nachher mussten wir praktisch nur noch nach Meiringen runterrollen. In der Abfahrt überholten wir u.a. auch einen MTB Fahrer, der daraufhin Kopf und Kragen riskierte, um uns auch wieder zu überholen. Als wir ihn dann aber auf einer längeren Gerade mit Tempo 50 überholten, war sein Widerstand zum Glück gebrochen und wir konnten fast locker weiterfahren. Wäre da das Girl aufm Rennrad nicht gewesen, das wir unbedingt in der letzten kleinen Steigung nach Innertkirchen nochmals überholen mussten…
4:39 h
92,9 km
2025 hm
Weil wir beide noch nie über den Pragelpass gefahren waren, fuhren wir heute über diesen von Zürich nach Brunnen. Von dieser Seite her fährt sich der Pragelpass leichter, auch wenn es so noch kurze Abschnitte von bis zu 18% hat. Angi musste wegen ihrer schlechten Übersetzung ein bisschen leiden… Gut, vielleicht war es auch nicht so hilfreich, dass wir auf der Seestrasse so gerast sind. Auf der Passhöhe mussten wir dann erst mal einkehren. Ein Cola und eine Pragelplatte später gings auch Angi wieder besser. In Brunnen angekommen, stellten wir fest, dass die Hotels über dieses Wochenende ziemlich ausgebucht waren. Wir hatten gerade noch Glück und konnten uns im Hotel Schmid das letzte Zimmer schnappen. Das heute das Dorffest war, passte uns natürlich – so konnten wir zu live Musik zu Abend essen.
4:49 h
119,9 km
1340 hm

…war heute das Motto. Das Ziel war der Mutteristock oberhalb des Wäggitalersees. Sandro hat einen detailierten Tourenbericht auf hikr.org verfasst.